zum Seitenanfang

Spagat geschafft

Bild
Bild
Bild

Irene Lehrbach-Appenheimer (49) ist seit Anfang 2017 Mitglied der Geschäftsführung von Union IT-Services GmbH (UIT). Ihren Karriereweg, den sie seit 1992 bei Union Investment geht, bestimmen Vernetzung und Kommunikation. Heute gibt sie ihre Erfahrungen an die nächste Mitarbeitergeneration weiter.

In der Wachstumsphase von Union Investment, die ich seit 1992 begleite, hatte ich Chancen, die mir wohl in keinem anderen Unternehmen offengestanden hätten. Ich konnte verschiedene Abteilungen mitgestalten und entwickeln. Das war für mich persönlich eine echte Erfolgsstory.

Zu Union Investment kam ich nach Abitur, Bankausbildung und drei weiteren Berufsjahren im Wertpapierbereich bei einer Genossenschaftsbank. Damals war Union Investment noch ein völlig anderes Unternehmen. Zum einen, weil es gerade einmal 180 Mitarbeiter hatte; zum anderen aber auch wegen der heimeligen Nähe: Man lief ein Stockwerk hoch und eines runter, schon hatte man alles gesehen. Nach einigen Jahren als Sachbearbeiterin im Depotbereich übernahm ich im Alter von 28 eine erste Führungsfunktion. Wir führten ein neues System ein, ich begleitete die Umsetzung auf Fachseite, dabei kam ich das erste Mal in Kontakt mit der IT. Ende der Neunziger wechselte ich in die erste offizielle Schnittstellenfunktion zwischen Fachseite und IT. Ungefähr zu dieser Zeit kamen bei Union Investment die ersten Ideen zum Projektmanangement auf und mein Interesse daran wurde immer größer. Ich merkte, dass ich mir in dem Bereich fundierteres theoretisches Wissen wünschte. Deshalb entschied ich mich für ein berufsbegleitendes Studium der BWL und Wirtschaftsinformatik. Genau diese Themen habe ich immer in Verbindung gesehen: Fachlichkeit und IT. Das eine ist von dem anderen nicht zu trennen. Anfang 2001 wechselte ich zu UIT und beobachtete Projektleitung zunächst aus Mitarbeiterperspektive. Nach meinem Studienende 2004 übernahm ich selbst eine Projektleitung. Fachlichkeit, Technik und kommunikative Stärken – dieser Dreiklang macht das Projektmanangement für mich bis heute zu einer der spannendsten Aufgaben bei Union Investment. Wer sich wie ich gern vernetzt, kann die Aufgabe gut erfüllen.

Irene Lehrbach-Appenheimer ist seit 25 Jahren bei Union Investment. Ihre Karriere begann sie als Sachbearbeiterin, heute ist sie Mitglied der Geschäftsführung der Union IT-Services GmbH.

Irene Lehrbach-Appenheimer ist seit 25 Jahren bei Union Investment. Ihre Karriere begann sie als Sachbearbeiterin, heute ist sie Mitglied der Geschäftsführung der Union IT-Services GmbH.

„Gerade wünsche ich mir, anzukommen“

Nach weiteren Stationen als Gruppenleiterin und Abteilungsleiterin bin ich seit dem 1. Januar 2017 in der Geschäftsführung von UIT für das Markt- und Depotumfeld zuständig. In den vergangenen Jahren war ich immer in Bewegung – deshalb wünsche ich mir, anzukommen. Ich glaube, man muss sich selbst in den Dingen treu bleiben, die einem wichtig sind. Ein Stück weit habe ich meine fachliche Heimat bei meiner kontinuierlichen Entwicklung in Richtung IT immer mitgenommen.

Ein weiterer wichtiger Faktor für einen erfolgreichen Karriereweg ist Förderung. Ich konnte auf dem Weg hin zu meiner Führungsrolle immer auf adäquate Personalentwicklung zählen. Auch in Zukunft werden unsere Mitarbeiter Unterstützung wie diese brauchen. Die Digitalisierung wird in der IT zu weiteren, großen Veränderungen führen. Ebenso wird sich die starke Regulierung im Finanzumfeld auch auf IT-Prozesse auswirken – künftig nicht weniger, sondern eher noch mehr. Wir müssen deshalb Antworten auf die Frage finden, wie wir die Ansprüche an eine ständig wachsende Leistungsfähigkeit einerseits und Stabilität in regulierten Prozessen andererseits gleichzeitig bedienen können. In jedem Fall gilt es, technische Entwicklungen und neue Technologien im Auge zu behalten und, wenn sinnvoll, schnell in bestehende Prozesse zu integrieren.

Gefördert wurde ich aber immer wieder auch durch gute Führungskräfte. Und diese Erfahrung gebe ich heute gern weiter: Seit 2016 bin ich Mentorin in einem offiziellen Programm von Union Investment. Das macht mir viel Spaß, und ich sehe, wie mein Mentee, eine junge Kollegin, von meinen Erfahrungen profitiert. Unter anderem möchte ich im Mentorenprogramm – als erste Abteilungsleiterin und erste Frau in der Rolle der Geschäftsführung bei UIT – Frauen Mut machen, auch in den kommenden Jahren nach Führungsrollen zu streben. Dazu muss gerade jungen Müttern natürlich eine Balance ermöglicht werden. Hier gibt es, denke ich, noch Handlungsbedarf im Rahmen unserer doch sehr straff organisierten Arbeitswelt, um die nötige Flexibilität zu ermöglichen. Ich selbst bin verheiratet und würde mich als einen geselligen Menschen bezeichnen, der sich liebend gern im Kreis seiner Familie und Freunde bewegt. Ausgleich zwischen Privatleben und Beruf ist auch für mich essentiell.

Die Aufnahmen entstanden am Frankfurter Hauptbahnhof, dem Fernbahnhof mit dem zweithöchsten Passagieraufkommen in Deutschland.

Die Aufnahmen entstanden am Frankfurter Hauptbahnhof, dem Fernbahnhof mit dem zweithöchsten Passagieraufkommen in Deutschland.

„In unserem Mentorenprogramm möchte ich Frauen Mut machen, auch in den kommenden Jahren nach Führungsrollen zu streben."
Irene Lehrbach-Appenheimer

Mitarbeiter brauchen Rüstzeug

Denke ich an die Zukunft, träume ich von UIT als einem innovativen IT-Dienstleister für die Gruppe, der den Spagat zwischen Regulierung und hoher Geschwindigkeit geschafft hat und der für hohe Kundenzufriedenheit steht. Die permanent steigende Komplexität führt dazu, dass Mitarbeiter erweitertes Rüstzeug brauchen. Ich sehe es als Aufgabe für uns als Geschäftsführung, Mitarbeiter mit weiter zu entwickeln und mit entsprechendem Rüstzeug für neue Anforderungen auszustatten.

Natürlich denkt man mal darüber nach, wie die Zeit nach dem Beruf aussehen könnte. Ich lerne gern Menschen kennen, arbeite und kommuniziere mit ihnen. Auch abseits meines Berufs kann ich mir spannende Betätigungsfelder vorstellen, in denen sich das einsetzen lässt: Ich würde mich selbst als neugierig bezeichnen. Deshalb freue ich mich auf das, was im Beruf noch vor mir liegt, aber auch auf die Zeit nach der Karriere. Doch bis dahin ist noch viel Zeit.